TIME IS RUNNING

Hallo ihr Lieben 🙂

es ist schon wieder ein Monat vergangen und ich melde mich mal wieder. Die Zeit geht nun schneller voran als gedacht. Wir haben nun mittlerweile Juni und in einem Monat sitze ich schon wieder in Deutschland. Es ist unglaublich wie schnell die Monate vergehen. Ich freue mich wahnsinnig wieder in Deutschland zu sein, werde aber auch viel hier vermissen.

Nun steht der letzte Monat an und ich habe schon im Mai begonnen meine letzten Reiseziele zu besuchen. Eins davon ist die Hauptstadt Kameruns, Yaounde. Ich war für ein Wochenende in der Hauptstadt um es einmal gesehen zu haben. Die Stadt ist ganz schön, beeindruckt mich aber jetzt nicht sonderlich. Es gibt Viertel in denen europäische Standards herrschen. Zudem gibt es auch wie in Douala größere Supermärkte die europäisch aufgebaut sind und für viel Geld importierte Waren aus Europa verkaufen. Trotz dessen war es gut mal dort gewesen zu sein um einen neuen Teil von Kamerun kennen zu lernen. Erschreckend war der 20.5.2018 in Yaounde. Dieser Tag ist der Nationalfeiertag und zufälliger Weise waren wir genau an diesem Wochenende dort. Dieser Tag wird in ganz Kamerun gefeiert, die Leute marschieren in den Städten und feiern diesen Tag. Da Yaounde die Hauptstadt ist, war an diesem Tag selbstverständlich der Präsident Paul Bia vor Ort. Wir haben uns das Getümmel und das Marschieren nicht angetan und haben diesen Ort wo es stattfand vermieden. Was ich aber erschreckend empfunden habe, war das die Stadt an diesem Tag aussah als ob Krieg ausgebrochen wäre. Wir sind ein wenig durch die Gegend gefahren und an jeder Ecke standen bewaffnete Militärmänner. Militärfahrzeuge mit drehbaren Waffen hinten drauf kamen uns entgegen und die Flugzeuge vom Militär flogen in der Luft herum. Ich weiß, das dies nur zur Sicherheit dienen sollte aber es war trotzdem erschreckend. Die Straßen waren wie Leer gefegt, als ob es keine Einwohner dort gäbe. Stunden später als alles vorbei war sah die Stadt aus wie die Tage vorher, als ob nichts gewesen wäre. Ich fand es einfach heftig, dass wegen dem Präsidenten so ein Aufwand gemacht wird. Trotzdem hatten wir ein tolles Wochenende in Yaounde und ich habe die Hauptstadt nun endlich mal gesehen.

Am 1.Mai in Kamerun war hier Labour Day, der Tag der Arbeit. An diesem Tag hat jeder Frei und die verschiedenen Firmen marschieren. In Bafoussam startet der Marsch an einem Punkt. Dort versammeln sich zunächst alle Leute die marschieren und dann geht es irgendwann los. Ich habe mir diesen Marsch etwas angeschaut, aber es ist wirklich nicht sehr spektakulär. Ich fand es eher langweilig den Menschen beim marschieren zu zuschauen. Das einzige was super war, dass ich dort eine Gruppe Pfadfinder traf die ebenfalls zum marschieren da waren.

 

Nach dem Marsch gehen die Leute in Kneipen und feiern bis zum späten Abend weiter, also nicht wirklich was besonderes.

Außerdem war ich im Mai auf einer Hochzeit. Zum ersten Mal habe ich eine traditionelle Hochzeit mitbekommen. Diese findet immer ein Abend vor der standesamtlichen Hochzeit statt. Abends so gegen 10 treffen sich die Gäste in dem Dorf von der Frau. Wir saßen dann alle in Stuhlreihen in einem relativ kleinen Raum. Der Bräutigam war schon da und wartete auf seine Frau. Er hat es aber nicht so leicht, da zunächst ein kleines Rollenspiel zwischen den beiden Familienoberhäuptern gemacht wird. Dort wird über den Brautpreis diskutiert und sämtliche andere Dinge. Hier in Kamerun muss der Mann einen Brautpreis für die Frau bezahlen um sie heiraten zu dürfen. Dieser besteht hauptsächlich aus Geld.Es kann aber durchaus sein das die Familie der Frau auch noch andere Dinge verlangt. Nachdem das Rollenspiel vorbei war, wurden in abständen drei Frauen vermummt in Stoff von Oben bis unten zu dem Mann geführt. Er musste nun erraten welche seine Frau ist. Wenn er falsch liegt muss er Geld geben. Da er richtig lag musste er in diesem Fall nicht mehr Geld geben. Das Brautpaar saß nun nebeneinander und es wurden einige Bräuche durchgeführt, wie zum Beispiel gegenseitig Füttern. Dann ging jemand mit gerösteten Erdnüssen und einem Topf herum. Bei diesem Brauch muss sich jeder eine Hand Nüsse nehmen und in den Topf Geld werfen. Dies galt für alle Gäste. Später wurde dann noch Mais wein herum gereicht und zu guter Letzt gab es um 1.00 in der Nacht endlich etwas zu essen. Als es essen gab war das wichtigste auch schon geschehen und es war nur noch ein nettes Beisammen sein.

Hinten zu sehen eine Frau vermummt in Stoff

Am nächsten Tag gegen 13.00 ging es dann weiter zum Standesamt um das ganze auch Offiziell zu machen. Erschreckend fand ich als der Standesbeamte dann sagte er sei froh das er Mann und Frau verheiratet und nicht Mann und Mann oder Frau und Frau und er möchte so etwas auch niemals begegnen. Ich weiß zwar das Homosexualität in Kamerun verboten und strafbar ist aber fand es trotzdem nochmal heftig es dann auch live zu hören.
Nachdem das Paar verheiratet war fuhren wir zurück zum Ort der Feier. Leider bekamen wir die Feier nicht mehr mit weil wir Zeitig zuhause ankommen wollten. In Kamerun wird Pünktlichkeit nämlich nicht so hoch geschrieben. Das Paar ist nach dem Standesamt erst mal gemütlich nach Hause gegangen um sich umzuziehen und frisch zu machen. Während dessen haben die Gäste gewartet. Ich weiß nicht wie lange da ich wie gesagt eher gefahren bin aber ich kann mir vorstellen lange. Das ist hier aber nicht unüblich sondern völlig normal.
Es war auf jeden Fall mal spannend eine Traditionelle Hochzeit gesehen zu haben.

Das Brautpaar

Auf der Suche nach einem Bus nach Hause

So das waren auch eigentlich schon die Besonderen Erlebnisse für Mai. Ende Juni werde ich mich dann kurz vor der Abreise nochmal melden mit vermutlich neuen Erlebnissen.
Liebe Grüße
Luise 🙂

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