Das Leben in Kamerun

Hallo ihr Lieben,

Nach längerer Zeit blogge ich nun wieder . In Kamerun ist das mit dem Internet alles ein wenig komplizierter. Ich habe einen Internetstick auf dem ich regelmäßig Guthaben laden muss. Leider war ich verhindert und habe es jetzt endlich geschafft.

In dieser Zeit ist eine Menge passiert. Ich hatte an einem Wochenende Besuch von Carla eine Mitfreiwillige die in Bamenda wohnt. In Kamerun ist es üblich , dass man den Besuch einlädt, dass heißt genug im Haus hat und ihn an allen Mahlzeiten teilhaben lässt. Da Fleisch in Kamerun sehr teuer ist, gibt es dies nur zu Anlässen zum Beispiel bei Besuch. Aus diesem Grund kam meine Mentorin auf die Idee Huhn vorzubereiten und auf dem Markt einzukaufen. Das läuft aber nicht wie in Deutschland ab, dass man mal eben in den Supermarkt geht. Man geht auf den Markt und besorgt sich ein Huhn und zwar ein lebendiges. Im ersten Moment konnte ich das gar nicht fassen und stellte mir die Frage wie ich das Huhn mit nach Hause bekomme, da man hier als Transportmittel eher ein Motorrad als ein Taxi bekommt. Die zweite Frage die ich mir stellte, war wie ich dieses Huhn nun geschlachtet bekomme und auseinander nehme. Meine Fragen beantworteten sich schnell. Meine Mentorin schnappte sich das Huhn stieg damit auf das Motorrad und wir fuhren zu mir nach Hause. Während ich schon mal ins Haus ging verschwand Solange ( meine Mentorin) mit dem Huhn. Als sie wieder kam, war dieses Bereits nicht mehr Lebendig und ich schaute ihr dabei zu wie sie das Huhn rupfte und auseinander nahm. Ich muss sagen, dass ich im ersten Moment total überrascht war wie man hier „Fleisch kauft“, aber mittlerweile ist es in Ordnung für mich. Außerdem haben Carla und ich an diesem Wochenende traditionelles kamerunisches Essen kennengelernt. Dies nennt sich Njamajama und Fufu. Fufu ist ein Brei aus Maiskörnern und wird als ein Dicker klumpen serviert. Da dieser aber keinen wirklichen geschmack nach weist wird Fufu mit Njamajama gegessen. Dies ist eine Art von Gemüse und wird mit Tomaten und Zwiebeln gekocht. Am Anfang, war es etwas komisch, da man dieses Gericht mit den Händen isst und der Geschmack erst gewöhnungsbedürftig war. Nach ein Paar malen, legt sich das und ich esse es jetzt sogar echt gerne.

Dies ist ein Foto vom dem Gericht.

Hier Versuche ich Fufu zu kochen

Es ist nun September und normalerweise sollte die Schule seit dem 04.09.2017 angefangen haben. Die Kinder waren seit acht Monaten nicht mehr in der Schule aufgrund von der anglophonen Krise. In dieser geht es um die Marginalisierung des anglophonen Teil also des englischsprachigen Teil. Dieser ist in jeder Hinsicht benachteiligt und daher herrscht seit acht Monaten ein Streik, aus diesem Grund waren die Schulen geschlossen. Der frankophone Teil wird in jeder Hinsicht unterstützt und die Schulen werden weitaus besser unterstützt als im anglophonen Teil. Kumbo befindet sich im anglophonen Teil, weshalb mich der Streik auch betrifft. Meine Organstation die ISTP; setzt sich dafür ein, dass die Kinder trotz des Streikes eine Chance zum lernen haben. Es gibt viermal in der Woche den sogenannten social service, indem von 8-11 Uhr Kinder im alter von 2-8 Jahren kommen können. Hierbei geht es nicht nur darum, dass die Kinder lernen zu Lesen, Schreiben und rechnen, sondern dass sie lernen in einem sozialen Umfeld aufzuwachsen. Das die jüngeren auf die älteren acht geben und jeder willkommen ist. Die Kinder begrüßen diesen Service und haben diesen in ihrer Ferienzeit von Juli bis August besucht. Ich habe diesen Service bereits begleitet und war ein wenig Überrascht als von mir verlangt wurde den Nursery-Kids also den Kindern im alter von 2-5 Jahren Zahlen und Buchstaben beizubringen. Ich kann mich dagegen aber leider nicht ganz wehren, da dies hier üblich ist und bei Missachtung zu Beschwerden der Eltern kommt. Im ganzen gefällt mir dieser Service aber ganz gut, Die Kinder sind super aufgeschlossen und Freuen sich jedes mal mit mir etwas zu machen. Es wird nicht nur gelernt, sondern viel Zeit damit verbracht spiele zu spielen und vor allem zu singen.

Da der 04.09. bereits war, sind die Schulen nun wieder geöffntet. Leider waren bisher so gut wie keine Kinder in der Schule, da die Eltern angst haben diese zur Schule zu schicken. Am Anfang des Streikes kam es zu angriffen in Bezug auf den Kindern welche zur Schule gingen. Aus dem Grund sind die Eltern besorgt und lassen ihre Kinder zuhause. Außerdem, glauben die Eltern nicht, dass die Schulen nun wirklich wieder geöffnet sind und keine Gefahr mehr besteht, da der Streik seit mehreren Monaten still ist.

Die ISTP, möchte bezwecken, dass die Kinder zur Schule gehen. Mithilfe von Ansprachen in der Kirche soll erreicht werden, dass die Eltern ihre Kinder zur Schule schicken. Daher hoffe ich das die nächste Woche erfolgreicher wird. Wenn weiterhin keine Kinder kommen oder nur vereinzelt, wird zunächst erst mal der social service weitergeführt. Für mich heißt dass, das ich also trotz alle dessen arbeiten kann. Trotz dessen hoffe ich natürlich auch, dass in den nächsten Wochen die Schule ganz normal starten kann.

Hier sieht man die Kinder mit mir am zählen üben.

In Kamerun ist es üblich sich die Kleidung schneidern zu lassen. Ich bin also auf dem Markt gewesen habe mir Stoff besorgt und der Schneiderin anschließend gesagt was ich gerne haben möchte. Man wird dann ausgemessen, bezahlt und holt nach ca. einer Woche die Kleidung ab. Ich war überrascht wie günstig dass ist, da ich für eine Hose, ein Oberteil und ein Kleid nur 10,000 France bezahlt habe. Das sind umgerechnet 15€, also im weiten nicht so teuer wie in Deutschland.

Dieses Foto zeigt mich mit meinem ersten geschneiderten Kleid.

So ich denke, dass ich für heute genügend Informationen geliefert habe. Daher werde ich mich in den nächsten Tagen melden.

Wie versprochen könnt ihr auf den Bildern unten meine Wohnung sehen.

Liebe Grüße aus Kumbo sendet euch Luise 🙂

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