BEERDIGUNG IN KAMERUN / MÜLLAKTION

Hallo ihr Lieben :),

nach über einem Monat melde ich mich auch mal wieder mit einem neuen Bericht. Heute Berichte ich über eine Beerdigung wie diese abläuft und eine Müllaktion die wir auf unserem Seminar machten.

Ich fange erst mal mit der Beerdigung an. In Kamerun läuft eine Beerdigung ein wenig anders ab als in Deutschland. Während in Deutschland meist nur der engste Familienkreis anwesend ist, sind in Kamerun mindestens 200 Menschen dort. Ich zum Beispiel hatte mit demjenigen der verstorben ist überhaupt nichts zu tun und kannte ihn auch nicht. Es war der Onkel von meinem Gastvater der gestorben ist, weshalb ich auf der Beerdigung eher hinter den Kulissen war und von der Messe auch nichts mitbekam. Da die Angehörigen dann viel helfen müssen. Hier ist es so, dass der Verstorbene in seinem Dorf begraben wird wo er geboren wurde. In dem Dorf wird also Tage vorher alles vorbereitet. Die Nachbarn werden gefragt ihre Häuser für diesen Tag zu räumen, damit man die Leute dort unterbringen kann zum Essen nach der Messe. Es wird dann auch noch unterteilt in welchem Haus sich die Gäste aufhalten. Ich zum Beispiel war in dem Haus, wo die Familie von meinem Gastvater war und einige Freunde. In den anderen Häusern waren dann zum Beispiel seine Frauen verteilt, da er mehrere hatte, andere Freunde, Bekannte etc. Als wir in das Dorf rein fuhren wurde ich direkt mit einem Plakat begrüßt wo ein Foto und der Name des Verstorbenen drauf steht.

Für die Feier bereiten die Angehörigen ein Tag vorher das ganze Essen vor. Es ist eine riesige Arbeit für so viele Menschen zu kochen. Bei uns im Haus waren alleine schon über 50 Gäste. Samstag Morgen bin ich dann mit meiner Gastmutter gegen 7 in das Dorf von der Familie meines Gastvaters gefahren um dort noch die letzten Vorbereitungen zu beenden und das Essen ins Auto zu laden. Wir mussten von dem einem Dorf ins andere Fahren und packten dort unseren ganzen Kram aus. Um mir die Messe anzuschauen blieb mir leider keine Zeit da wir damit beschäftigt waren das Essen auf Servierplatten zu machen. Als aber dann doch ein wenig Zeit war ging ich mit meiner Gastmutter zu dem Platz wo die Messe war. Dort ist ein Tisch aufgebaut wo der Sarg steht, dieser wird dann später auf dem Gelände vergraben. Wir kamen an und wurden von einer Blaskapelle begrüßt, die schon seit zwei Tagen durchgehend spielen musste um anzukündigen das jemand begraben wird. Die Messe findet nicht in der Kirche statt sondern an dem Haus des Verstorbenen. Dort wurde ein Zelt aufgebaut.

Nach der Messe stürmten die Gäste in die zugewiesenen Häuser um etwas zu Essen und zu trinken. Sprich für uns wurde es Zeit zurück zu gehen und zu helfen. Das Kochen und darum zu kümmern das Essen verteilt wird ist nämlich Frauen Aufgabe. Die Frauen sorgten dafür das jeder Essen bekam und ich kümmerte mich ums spülen und Teller einsammeln. Nachdem die Gäste gegessen hatten, kamen viele noch in den Raum wo wir das Essen aufbewahrten um sich Esspakete zum mitnehmen abzuholen. Das ist auf einer Beerdigung normal wie ich dann erfuhr. Zudem es ab und an auch noch Spezial Gäste gab die kamen, die dann ganz bestimmte Sachen essen wollten. Zum Beispiel Fleisch und keinen Fisch weil Fisch ihnen nicht gut genug ist. Nachdem alle Gäste gegangen waren packten wir unsere ganzen Sachen ein und brachten sie zum Dorf um sie dort zu spülen. Das Haus von dem Besitzer mussten wir nicht putzen da er sagte das seine Kinder das machen. Müde und erschöpft von dem Tag, war ich froh als ich zuhause ankam. Wie ihr seht läuft es etwas anders und mit ein bisschen mehr Aufwand ab als in Deutschland. Ich hoffe ich konnte es etwas erklären so das es für euch verständlich ist.

Das Nächste Thema ist die Müllaktion. Ich hatte Mitte April ein Seminar in Kribi am Meer. Auf diesem Seminar waren nicht nur wir Brot für die Welt Freiwillige sondern auch junge Kameruner die wir einladen durften und die Süd-Nord- Freiwilligen die dieses Jahr nach Deutschland gehen. Unser Thema war Waste-Management. Wir sprachen viel über das Thema Müll in Kamerun und Deutschland. Über die Probleme die es gibt und welche man simpel beheben kann. Ein Problem in Kamerun ist, dass dort überall Müll rumliegt. Die Leute werfen auf Reisen zum Beispiel wie selbstverständlich ihr Müll aus dem Fenster. Und auch sonst werfen sie ihren Müll dahin wo sie gerade stehen. Das Problem ist aber auch, dass man nirgendwo einen Abfalleimer sieht um seinen Müll zu entsorgen. Es gibt zwar Mülltonnen, aber diese sind so Überfüllt da sie nur selten abgeholt werden. Wir wussten, wir können jetzt nicht von heute auf Morgen etwas ändern aber trotzdem entschieden wir uns am Strand und an der Hauptstraße in der Nähe des Hotels Müll zu sammeln. Viele Leute sprachen uns an und fragten uns ob wir bestraft wurden. Sie waren total verwundert das wir Freiwillig Müll sammeln. Viele waren aber auch super glücklich darüber was wir machten.

Besen aus alten Flaschen

Im Ganzen kann ich sagen, dass es ein tolles Seminar war. Ich denke jetzt viel mehr darüber nach und werde bewusster darüber nach denken wie ich meinen Müll entsorge.

 

So und das war es auch schon wieder von mir.

Ich hoffe ich konnte euch einen kleinen Einblick geben und habe euer Interesse geweckt.

Bis bald und Liebe Grüße

Luise 🙂

 

Dieses Foto ist bei mir in Bafoussam entstanden. Ein Moto-Fahrer der eine Jacke aus Ibbenbüren trägt.

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