ASHIA FOR YOU

Hallo ihr Lieben,

Ihr fragt euch bestimmt, was die Überschrift bedeuten soll. Hierzu gibt es eine simple Erklärung. ASHIA ist das Wort in Kamerun, was einem häufig begegnet und gesagt wird. Es gibt keine wirklich Bedeutung zu diesem Wort, es wird einfach in jeder Hinsicht benutzt. Zum Beispiel, wenn ich Krank bin bekomme ich Ashia zu hören, oder wenn ich hinfalle, „Ashia“. Es ist also für die Kameruner ein wichtiges Wort und deshalb begegnet es einem auch Tag täglich. Zu Anfang, war ich total perplex weil ich nie wusste was möchte derjenige jetzt von mir und wie reagiere ich. Mittlerweile gehört Ashia auch schon zu meinem Wortschatz und ist völlig normal für mich geworden.

So das als kleiner Einstieg für meinen Beitrag. Kommen wir nun zum anderen Teil. Am Wochenende habe ich meine Mit freiwilligen Lukas,Maria und Carla in Bamenda besucht. Ich war schon-mal dort, bin aber noch nicht alleine mit dem Transport dorthin. Die Reise lief wie folgt ab, ich bin zu dem Platz gefahren Namens Park, wo alle Autos stehen die Richtung Bamenda fahren. Schon als mein Bikefahrer langsam auf dem Platz fuhr, rannten mir Leute entgegen und wollten mir als ich noch auf dem Bike saß meinen Rucksack abnehmen, weil jeder von ihnen wollte das ich deren Transport nehme. Mein Bikefahrer reagierte darauf nicht und fuhr mich zu einem kleinen Bulli. Dort kam der Kartenverkäufer auf mich zu und verkaufte mir eine Karte. Hierfür bezahlt man 2,500 France , das sind 3,81€ für eine 90 km fahrt. Also im Vergleich zu Deutschland total wenig. Es wird es losgefahren, wenn das Auto oder in meinem Falle der Bulli voll ist. Da voll aber nicht die vorgesehene Personenanzahl heißt sondern auch wohl 3-4 Passagiere mehr, kann es sein das man etwas Wartezeit mitbringen muss. Ich hatte leider kein Glück, als ich ankam da der Bulli noch nicht mal mehr halb besetzt war. Also musste ich anderthalb Stunden warten bis die Fahrt los ging. In dem Bulli saßen 13 Personen plus Fahrer. Erstaunlicherweise war es aber recht komfortabel und nicht ganz so eng wie ich befürchtet hatte. Von dem Bulli habe ich bislang leider kein Foto. Ihr könnt euch ihn Vorstellen wie in afrikanischen Filmen oder wie ein alten VW Bus. Nach drei Stunden erreichte ich Bamenda und wollte mich eigentlich von dem Fahrer an der Fonscha Junction springen lassen (der Ort wo die anderen Wohnen), dass ging aber leider nicht da mein Gepäck auf dem Dach lag. Also fuhren wir zu dem Sammelplatz in Bamenda. Netterweise organisierte mir ein Kamerunischer Mitpassagier ein Bike und sorgte dafür, dass ich eine gerechte Summe bis zur Fonscha Junction zahle. Dies klappte alles einwandfrei und ich kam heile bei den anderen an. Um mal wieder Bezug auf Deutschland zu nehmen, kann man diese Weise von Transport mit Flixbus oder Blabla Car vergleichen nur dass das Auto oder Bulli mit mehr Personen besetzt wird. Außerdem fährt man in Kamerun durch wahnsinnig viele Kontrollen bei denen man durchgewunken wird und weiterfahren darf oder aber anhalten muss. Auf dem Hinweg wurden wir dreimal angehalten und alle Passagiere mussten aussteigen und ihre Ausweise vorlegen. Auf dem Rückweg nach Kumbo ging die Fahrt nur 2 Stunden, da wir bei jeder Kontrolle weiterfahren durften. Grund dafür war aber auch vermutlich, dass es diesmal kein Bulli war sondern ein PKW. Außerdem saß ich auf dem Rückweg zu zweit auf dem Beifahrersitz und hatte es nicht so komfortabel wie auf der Hinreise.

Kamerun ist nicht so ausgestattet mit Milchprodukten wie Deutschland. In ganz Kamerun ist es fast gar nicht möglich Milch zu erwerben und wenn dann nur in kleinen Dörfern. Als Ersatz gibt es hier Milchpulver, sodass ich meinen Kaffee nicht schwarz trinken muss. Es ist in Ordnung aber nicht zu vergleichen mit echter Milch. Ganz muss ich aber doch nicht auf richtige Milch verzichten da es in Kumbo in dem Coffee Shop von Edwin Kaffee mit echter Milch gibt. Edwin ist einer der wenigen der Milch hat und Käse produziert. Außerdem verkauft er Pizza. Aus diesem Grund ist sein Coffee Shop ein Anlaufpunkt für Touristen und Freiwillige. Da ich in Kumbo schon Kontakt mit zwei anderen Freiwilligen habe, waren auch wir schon bei Edwin um Pizza zu essen und Kaffee mit Milch zu trinken. Auch wenn ich das Essen in Kamerun gerne mag, war es mal wieder total lecker Pizza zu essen.

Hier ist ein Foto von unseren Pizzen.

Außerdem zeigten mir die beiden Freiwilligen das Kloster in Romajai. Wir wurden herzlich begrüßt und die Schwestern freuten sich alle uns zu sehen. Sie sind jedes Jahr total neugierig die neuen Freiwilligen kennen zu lernen und haben auch zu uns gesagt das wir jeder Zeit herzlich Willkommen sind. Der Ort Romajai liegt ein wenig höher als Tobin in dem Ort in dem ich wohne und ist ca. 30 min von mir entfernt. Außerdem sieht man hier mehr von der ist die Natur hier super schön, wenn man wie wir es gemacht haben querfeldein zurück geht und nicht die gewöhnlichen wege benutzt. Auf diesem Weg ist das Foto entstanden, was ca. zwischen den Orten Romajai und Square war.

Ohne Strom und Wasser auszukommen, da bin ich bereits drin geübt. Das Stromnetz in Kumbo ist nicht so stabil, daher habe ich des öfteren keinen Strom und dies auch manchmal drei Tage nicht. Man kann die Uhr danach stellen, dass um 18.00 der Strom ausfällt, da alle Leute um diese Zeit ihr Licht anstellen aufgrund der Dunkelheit. Wenn dann noch das Wasser fehlt ist man im ersten Augenblick geschockt oder man lacht einfach darüber so wie ich, da mich hier nichts mehr so schnell schocken kann. Ich hatte also drei Tage kein Strom und kein Wasser. Glücklicherweise fülle ich meine leeren Flaschen immer direkt mit Wasser aus dem Hahn auf damit ich in so einem Fall nicht ganz ohne muss. Das hört sich jetzt vielleicht total schrecklich an, aber man kommt durchaus super ohne Wasser und Strom klar. Ich kann sagen, dass ich es mittlerweile total zu schätzen weiß wie gut ich es in Deutschland habe. Ich freue mich jedes mal wenn mein Strom wieder da ist und ich fließend Wasser habe, aber ich kann nicht sagen das es mir schlecht geht wenn diese Dinge nicht vorhanden sind. Es ist einfach, dass ich gelernt habe damit um zu gehen wie wichtig Wasser ist und in Ausfallsituationen anfange mit dem Wasser zu sparen und dreimal überlege ob ich jetzt wirklich Wasser für bestimmte Sachen brauche. Hinzu kommt, dass ich ja durch aus Wasser hatte nur halt kein fließend und daher sehr gespart habe.

Ich bin nun am Ende meines Eintrages muss aber noch einen Wichtigen Punkt äußern. Ich habe euch ja bereits erklärt, dass im anglophonen Teil gestreikt wurde und es zwar jetzt still ist aber der Streik im stillen herrscht. Das heißt er findet im SMS und Internet Verkehr statt, so dass Montags meist gestreikt wird und die Geschäfte dann zu haben. Diese Tage heißen Ghost Town und es ist nicht weiter schlimm, nur dass alles geschlossen hat und man eher im Haus bleibt, also wie ein Sonntag bei uns. Nun geht das Gerücht herum, dass die Regierung ab dem 30.09.2017 das gesamte Telefon und Internet abstellen will so das man keine Chance hat zu kommunizieren. Bezweckt werden soll damit, dass die stillen Streiks aufhören. Es ist aber kein Grund sich Sorgen um mich zu machen, da es sich nicht auf das Leben hier auswirkt, Es ist ruhig im anglophonen Teil und ich bin in Sicherheit. Das heißt nur, dass dies hier eventuell erst mal der letzte Eintrag ist und ich mich dann melden würde sobald es möglich ist. Wir hoffen alle, dass es nicht umgesetzt wird und von Kamerunern habe ich erfahren das solche Gerüchte schon öfter im Raum standen aber nie geschehen sind. Falls es also Wahr ist freut euch umso mehr drauf wenn ich dann wieder bloggen kann.

Liebe Grüße

Luise 🙂

3 Antworten auf „ASHIA FOR YOU“

  1. Hallo Luise, habe deine Beiträge gelesen. Ist für dich bestimmt alles sehr spannend. Wüsche dir alles gute. Roland und die Bewohner vom Altbau denen ich es gezeigt und z.T. Vorgelesen habe

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