Der König und die Reise zum Meer

Hallo ihr Lieben,

Heute werde ich euch meine Geschichte vom König erzählen. Es begann alles Ende Oktober. Ich bin wie jeden morgen zur Arbeit gegangen und mir wurde dann meine Tasche geklaut mit Handy, Geld und meinem Schlüssel. Der Dieb ging als in mein Haus aber entwendete dort nur das restliche Geld was ich dort deponiert hatte. Daraufhin ging ich zur Polizei und schilderte meinen Fall. Diese machte leider nicht wirklich viel und war mir keine große Hilfe. Meine Mentorin schlug dann vor zum Palast zu gehen und sich beim König zu beschweren. In Kamerun gibt es in den Orten und Städten wo es einen Palast gibt immer einen Fon. Der Fon ist der König und kann zum Beispiel bei Diebstählen oder anderen Vorfällen zur Hilfe gezogen werden. An dem Tag als wir zum Palast gingen musste ich mir ein Kleid anziehen, da dies Tradition ist und man als Frau nicht in Hose dort auftreten darf. Beim Palast angekommen sprachen wir mit dem Assistenten von dem Fon der uns dann zum Fon reinließ. Ich war dort mit meiner Mentorin und meiner Kollegin. Sie gingen vor und wir mussten uns dann gebückt vor dem Fon stellen. Die Tradition besagt, dass man mit dem Fon nur in der lokalen Sprache reden darf, in Kumbo ist das Lamnso. Außerdem spricht man nicht direkt zum Fon sondern zum Assistenten der dann mit dem Fon redet und für ihn antwortet. Ich durfte nicht zu ihm reden, da ich kein Lamnso kann. Es war also die Aufgabe von meiner Mentorin die Situation zu schildern und daraufhin erklärte uns dann der Assistent was nun geschieht. Der Fon entschied eine Tradition in meinem Haus und meinem Viertel zu machen um die ganze Sache noch mehr Publik zu machen und so den Täter zu finden. Kameruner sind super Abergläubisch und man sagt, dass wenn der Fon seine Tradition bei so einem Falle ausübt, dass der Täter stirbt wenn er die Sachen nicht zurück bringt. Von bisherigen Erzählungen habe ich mitbekommen, dass die geklauten Gegenstände meist nach ein Paar Wochen auftauchten, da die Leute zu viel Angst davor haben zu sterben. Daher entschied ich mich für die Tradition von dem Fon. Ich musste ihm dann 3000 France geben, das sind 4,50 € die er für Sprit haben wollte. Die Tradition wird immer am Abend ausgeführt da es dort Dunkel ist und besser wirken soll. Meine Mentorin fuhr also Abends mit dem Fon und den ältesten Assistenten zu meinem Haus. Der Fon selber ist zwar dabei aber die Tradition wird in dem Haus von den ältesten ausgeführt. Von meiner Mentorin erfuhr ich dass dies lediglich einmal durch das Haus gehen war. Um dass ganze in meinem Viertel kund zu geben, ist der Fon dann mit seinen Assistenten zum Round About (Treffpunkt in meinem Viertel) gegangen und übte dort noch seine Tradition aus. Nach ein Paar Tagen stand dann einer der Assistenten vom Palast vor meiner Tür und gab mir, meiner Mentorin und meiner Kollegin eine Einladung vom Fon.

Dies war die Einladung, ein Palmblatt.

Uns wurde dann aufgetragen Samstagmorgens um 7 Uhr zum Palast zu kommen. Außerdem sollte jeder von uns ein Huhn und Palmwein mitbringen. Warum wir dorthin sollten sagte der Assistent uns nicht. Da ich an dem Tag verhindert war gingen meine Mentorin und Kollegin an dem Samstag mit dem Huhn und dem Wein zum Fon. Wir waren uns alle drei sicher, dass wenn der Fon uns einlädt, dass es Neuigkeiten über den Diebstahl gibt. Leider war dieser Besuch ein totaler Misserfolg und der Fon erzählte lediglich, dass er uns und das gesamte Team von der Schule an einem Sonntag erwartet. Hierbei sollten meine Kollegen vor dem Thron schwören das sie es nicht waren. Hinzu kommt, dass uns aufgetragen wurde wieder jeweils ein Huhn und Palmwein mitzubringen. Daraufhin wurden wir sauer, da der Fon nichts herausgefunden hat aber ständig Geld oder andere Dinge haben möchte. Wir waren an dem Sonntag nicht bei ihm und ich habe auch nichts mehr gehört. Mein Handy und das Geld habe ich nicht wieder gesehen, aber ich habe den Fon kennengelernt und kann sagen das ich beim König war. In Kamerun ist es etwas besonderes zum König zu gehen und daher war es auch für meine Mentorin und Kollegin das erste mal dass sie dort waren. Jeder hat Angst vor ihm und meidet es daher zum Fon zu gehen wenn es nicht nötig ist. Es war für mich eine neue Erfahrung und ein neues Erlebnis in Kamerun und trotz des ganzem hin her und her sehr aufregend für mich.

So nun wollte ich von meiner ersten Reise in Kamerun berichten. Ich war mit drei anderen Freiwilligen in Limbe am Meer. Limbe ist ca. 11 Stunden von Kumbo entfernt gehört aber noch zum anglophonen Teil. In Limbe befindet sich der Atlantische Ozean, was ein Grund war diese Stadt zu besuchen. Von Limbe aus kann man außerdem den Mount Cameroon sehen und Guinea. Es war eine wunderschöne Zeit dort und ich habe für mich persönlich noch nie so viel Schöne Dinge in der Natur gesehen wie dort. Der Strand besteht dort nicht aus Sand sondern aus Vulkansteinen, ist aber trotzdem sehr schön. Gegen 9 Uhr morgens ist das Wasser soweit entfernt, dass man durch den nassen Sand laufen kann und dort etwas her spazieren kann. Hier sieht man dann viele Palmen mit Kokosnüssen dran und ganz viele andere Pflanzen. Die Aussicht zum Meer ist total schön. Mir war nicht bewusst, dass Kamerun solche schönen Seiten hat. Daher war der Besuch dort auf jeden Fall erfolgreich und es war ein super entspanntes stressfreies Wochenende. Unser Hotel war von der Stadt ca. eine halbe Stunde entfernt, was wir aber persönlich nicht schlimm fanden, da wir viel Zeit am Hotel und am Strand verbrachten. Das Wasser dort ist warm, selbst um 21 Uhr muss man dort nicht frieren und kann schwimmen gehen.

Dies ist die Aussicht vom Hotel

Hier sind die Vulkansteine gut zu sehen, allerdings kommt das Wasser da gerade zurück.

Hinten zu sehen ist eine Bohrinsel, diesen Ausblick hat man von der Stadt auf das Meer.

Diese Straße führt direkt in die Stadt von Limbe

Dieses Bild entstabd bei unserem Strandspaziergang.

Auf den Bildern könnt ihr etwas von Limbe und dem Meer sehen und es euch vielleicht etwas besser vorstellen wie es dort aussieht.

Das war es dann heute auch schon wieder von mir und ich freue mich euch beim nächsten mal wieder neue Erlebnisse mitzuteilen.

Liebe Grüße Luise 🙂

ARBEIT-WORK-ENDLICH SCHULE-SCHOOL RESUMES NOW

Hallo ihr Lieben,

nach einem Monat melde ich mich nun wieder und es ist etwas gutes passiert die Schule ist seit ein Paar Wochen geöffnet. Ich bin jetzt zwei Monate in Kamerun und kann nun endlich die Arbeit verrichten, die für meinen Freiwilligendienst vorgesehen ist. Seit dem 17.10.2017 ist die Schule geöffnet und jeden Tag kommen mehr Kinder. Ich Unterrichte in der Nurseryschool. Hier befinden sich Kinder im Alter von 2-6 Jahren. Bei uns wäre dies ein normaler Kindergarten, hier in Kamerun aber werden die Kinder schon richtig unterrichtet. Es wird unterschieden zwischen Nursery 1 und Nursery 2. In Nursery 1 befinden sich normalerweise die kleineren Kinder das heißt die zwei und dreijährigen. In Nursery zwei sind dann die Kinder von vier bis sechs Jahren. Mein Tag sieht also wie folgt aus, ich fange um 7:30 an, bin aber meistens die erste, da es mit der Pünktlichkeit in Kamerun nicht so eng genommen wird. Meine Kollegen kommen meist gegen 8 und auch die Kinder kommen nicht alle pünktlich um 7:30. Gegen 9 Uhr starten wir dann meistens. Wir singen und tanzen mit den Kindern und beten bevor wir mit dem Unterricht beginnen. Meine Kollegin, mit der ich zusammen Unterrichte startet dann und spricht sich mit mir ab womit wir an dem Tag anfangen wollen. Ich darf auch unterrichten und versuche dies so spielerisch wie möglich, da ich von der Unterrichtsmethode nicht begeistert bin. In Kamerun werden die Kinder ab einem Alter von zwei Jahren unterrichtet. Sie lernen Dinge wie das ABC, Zahlen, Objekte, Schreiben etc. Dies fällt mir super schwierig, da man es vielen Kindern vor allen den jüngeren anmerkt, das sie einfach noch zu jung für diesen Unterricht sind. Außerdem werden Dinge wie zum Beispiel das zählen von den Kindern nicht wirklich aufgenommen, sie lernen es eher auswendig und verstehen aber nicht den eigentlichen Sinn dahinter. Hinzu kommt, dass meist zu viel Unterricht stattfindet und wenig Zeit für Spielraum da ist. Glücklicherweise macht meine Organisation der Schule die ISTP regelmäßig Meetings mit uns Freiwilligen um solche Dinge zu besprechen. Ich habe meine Meinung geäußert und wir sind nun dabei es zu verändern. Das Problem ist nur, dass wir nicht von heute auf morgen einen normalen Kindergartenalltag beginnen können, da die Eltern dann ihre Kinder nicht mehr schicken würden. In Kamerun verfolgen alle Schulen die oben genannte Methode in der Nurseryschool und daher wird es auch von den Eltern verlangt. Die ISTP möchte jetzt an einem Elternabend besprechen, dass die Kinder zunächst nur Freitags Hausaufgaben bekommen und nicht jeden Tag wie sonst. Des weiteren möchten wir den Eltern versuchen zu erklären, dass es besser wäre nicht so junge Kinder zu unterrichten, sondern sie anders für ihr Alter entsprechend zu fordern. Ich werde euch auf dem laufenden halten und berichten ob eine Veränderung statt gefunden hat.

Leider sind nun seit fast zwei Wochen keine Kinder mehr da. Es gab ein Flugblatt auf dem Stand, dass wenn Eltern ihre Kinder in Ambazonien also im anglophonen Teil zur Schule schicken den Kindern etwas passiert. Die Eltern haben verständlicher Weise angst und daher sind keine Kinder da. Diese Meldung ist vermutlicher Weise wieder im Umlauf, da sich hier im anglophonen Teil immer noch nichts verändert hat und der frankophone Teil immer noch mehr Unterstützung bekommt während hier alles benachteiligt ist. Es besteht aber kein Grund zur Angst um mich, da es hier ruhig ist. Das einzige Problem ist nun mal wieder, dass keine Schule ist. Ich hoffe natürlich, dass ich nächste Woche wieder durchstarten kann und werde mich ganz bald wieder melden.

Liebe Grüße

Luise 🙂

Hier noch ein Bild von den Kindern, sie hatten die Aufgabe etwas zu malen, was nicht von allen gemacht wurde wie man sieht. 🙂